Die 70er Jahre waren für unseren Verein Jahre nachhaltig prägende Jahre.
1972 konnte auf Beschluss der Jahreshauptversammlung erstmals der Jahresbeitrag bargeldlos per Bankeinzug entrichtet werden. 962 Sportkameraden gehörten jetzt dem Verein an.
Das 65. Stiftungsfest war ein voller Erfolg. Immerhin nahmen 500 Mitglieder und Gäste an der Festveranstaltung teil.
Natürlich gab es viele sportliche Erlebnisse, aber wir waren auch nicht untätig, anderen Menschen, denen es nicht so gut ging wie uns, unter die Arme zu greifen.
Bei einem Vereinsvergnügen sammelten wir fleißig Spenden und konnten der Lebenshilfe Altencelle 600 DM überreichen.
Im selben Zeitraum besann man sich übrigens, Sportfischerprüfungen durchzuführen, eine Aufgabe, die der stellvertretende Vorsitzende Schröder übernahm.
So etwa 73/74 waren wir hinsichtlich des Besatzes in Osterloh „Angriffen“ der Naturschutzbehörde ausgesetzt.
Auch in anderen Bereichen wie der Einrichtung von Teichanlagen und dem ständigen Absenken des Wasserspiegels der Aller mussten wir uns Auseinandersetzungen stellen. Letztlich konnten wir durch Fachkompetenz, fundiertes Wissen, guten Kontakt zu übergeordneten Behörden und wissenschaftlich anerkannten Sachverständigen unsere Standpunkte nahezu vollständig durchsetzen.
Das Jahr 1976 war besonders ereignisreich:
Wir halfen den britischen Streitkräften dabei, einen eigenen Club – Locators Angling Club 94th Locating Regiment – zu gründen, da wir mit unserem jahrzehntelangen Erfahrungsschatz wertvolle Hilfe waren.
Der Vorstand wurde um einen Sport- und Vergnügungswartes erweitert.
Der Fischereiverein Celle trat dem niedersächsischen Landesverband bei. Das war in Hinsicht auf das neue Fischereigesetz wichtig, das gerade auf seiner Reise durch den Landtag war. 1978 war es von dort zurück und hatte alle Hürden genommen, mit sofortiger Wirkung in Kraft zu treten.
1977 erwarb der Vorstand das Grundstück um unser Wochenendhaus in Langlingen für 11.000,- DM- 1.751 qm gehören dem Verein.
Die langfristig angepachtete Senke in Oldau wurde für die enorme Summe von 60.000,- DM zum Teich ausgebaggert. Diese doch gewaltigen finanziellen Kraftanstrengungen sprechen für sich.


In diesem Jahr 1977 war der Mitgliederbestand im Verein auf 1025 Frauen und Männer angewachsen.
1978 nahmen wir ein weiteres Mal an einer Hilfsaktion für unsere Mitmenschen teil, einem Angeln zugunsten der ARD-Fernsehlotterie „ein Platz an der Sonne“. Dabei kam eine Spendensumme von 3000 DM zusammen, die wir der Hilfsorganisation überreichen konnten.
Am 24 August 1978 wurde unser Verein gemeinnützig. Dazu war eine entsprechende Satzungsänderung erforderlich, die unter anderem vorsieht, dass das Vereinsvermögen im Falle einer Auflösung des Vereins der Stadt Celle für gemeinnützige Zwecke der Jugendarbeit zufällt. Am 12. 0ktober 1978 wurde also die Gemeinnützigkeit entsprechend dem Niedersächsischen Fischereigesetz von den Finanzbehörden anerkannt.
Durch unsere seit 1976 bestehende Mitgliedschaft im Niedersächsischen Landessportfischerverband wurden auch unsere Anglerprüfungen – mit nur geringen Veränderungen – anerkannt.
Von 1979 an war es Pflicht, eine Sportfischerprüfung zu besitzen, oder eben nicht angeln zu dürfen.
Durch die Gliederung des Landessportfischerverbandes wurde in Celle und Umgebung ein neuer Bezirk gebildet und seit dem 25. Juni 1979 gehören wir zum Bezirk 17, dessen erster Vorsitzender Werner Pielenz wurde.
In diesem Jahr verstarben unser langjähriger stellvertretender Vorsitzender und Ehrenmitglied Zahnarzt Alfred Schühle und der ehemalige und Ehrenvorsitzende Walter Bluhm.
Im Herbst 1981 fand ein Konzert am Celler Hafen statt, das auch im Radio übertragen wurde und bei dem unser Vorsitzender Hildebrandt und Fischzuchtmeister Nölke anwesend waren.
In den zehn Jahren von 1972 bis 1982 investierte der Fischereiverein Celle die enorme Summe von 300.000,- DM in den Fischbesatz, eine wahrhaft meisterliche Leistung!
Viele Jugendliche bewarben sich in den 70ern um Aufnahme in den Verein. Ende 1981 gab die Jahreshauptversammlung grünes Licht und es wurden 50 Mitglieder unter 18 Jahren aufgenommen.


In all diesen Jahren gab es natürlich Veranstaltungen, Feste, Gemeinschaftsangeln, Freude und Geselligkeit. Auch unsere Senioren wurden – wie heute noch – beinahe jedes Jahr zu Ausflügen eingeladen, um in geselliger Runde über alte Zeiten zu plauschen.
Aus gesundheitlichen Gründen musste Claus Hildebrandt 1989 nach 23jähriger Amtszeit seine Aufgabe vorzeitig beenden.
Für seine hervorragende Tätigkeit wurde er mit dem Landesverbands-Ehrenzeichen in Gold ausgezeichnet und in unserem Verein war er bis zu seinem Tode, am 27.08.1996, Ehrenvorsitzender.
In seiner Abschlussrede mahnte er seine 1344 Vereinskameradinnen und -kameraden, „die Zukunft stelle hohe Anforderungen auch und gerade an die Sportfischer. Nach wie vor stünden Angler unter heftigem Beschuss der Medien und einer kritischen Öffentlichkeit. Angeln dürfe nicht wettkampfmäßig betrieben werden, man könne nicht Rücksicht auf einige fanatische Wettangler nehmen und damit die Gesamtheit in Verruf bringen.“ (Zitat aus der CZ-Berichterstattung über die Jahreshauptversammlung im Januar 1989), fürwahr zukunftsweisende Worte.